8.20 Uhr – tick, tack…ich habe noch ein Stunde bis ich los muss. 9.20 Uhr ist schon ziemlich knapp, aber ich versuche, das meiste aus meinem Morgen rauszuholen. Du auch? Vielleicht geht es dir ähnlich, aber ich bin Mama von drei Teenies, denen ich morgens das Frühstück mache, nachdem ich sie aus dem Bett geschmissen habe. Was für ein blöder Ausdruck. Man schmeisst doch niemanden aus dem Bett! Man weckt sein Kind. Möglichst liebevoll, weil der ganze Tag noch ein einziges „Müssen“ wird.
Die Schule fängt um 8 Uhr an. Davor muss so vieles und das möglichst zügig, nett und höflich. Keiner ist schon wirklich wach, denn montags morgen hat man sich gerade daran gewöhnt, eine Stunde länger zu schlafen. Einfach weil Montag nach Sonntag kommt. Der arme Montag…wie oft ich das schon gedacht habe! Und überhaupt, wer hat erfunden, dass man Menschen in der anstrengendsten Phase ihres Lebens zu einer Unzeit in eine Institution mit 1500 anderen Menschen schicken soll, wo sie alles lernen, außer sich selbst zu verwirklichen und auf ihr Bauchgefühl zu hören?
Klar, ich mach alles fleißig mit und sage auch wie wichtig Bildung und ein Abschluss und gute Noten sind. Sie haben es verstanden. Immerhin haben Mama und Papa auch ein ziemlich gutes Abi gemacht und ein sehr gutes Studium. Papa nutzt das hervorragend, während Mama nie gesagt wurde, dass sie das eigentlich nicht braucht. Niemand hat mir während der gesamten Schulzeit oder überhaupt in den ersten 18 Jahren beigebracht, auf meinen Bauch zu hören. Was willst du werden? Was machst du gerne, womit verbringst du gerne deine Zeit?
Mir wäre glatt nichts eingefallen, weil wir einfach so viel Zeit mit Fremdbestimmung verbringen. Klar, man kann sich ja das berufliche Thema aussuchen, aber dann „muss“ man trotzdem noch um eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort mit einer bestimmten oder unbestimmten Menge an Menschen klarkommen. Das „müsste man“ alles nicht machen, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Dann wäre es egal, ob es Montag, Dienstag oder sonst ein Morgen ist.
Gut, kannst du entgegenhalten, dann wäre das Leben auch nicht einfacher, weil man keinen Rahmen hat und keine Struktur und in den Tag hineinlebt. Sich vernachlässigt und verwahrlost. Das ist vielleicht etwas harsch umschrieben, aber ist es nicht das, wovor wir Angst haben? Ist es nicht die Selbstverwirklichung, die dann kommt? Die Verwiklichung unserer Ideen, Träume, das Ausleben unserer Seele? Kommt dann nicht das Bauchgefühl, ganz leise, ganz sanft und fragt mal an, wie es dir eigentlich geht?
Dann stellst du fest: oh Gott, ich weiß gar nicht wie es MIR geht, wenn nicht jemand anderes sagt, was ich zu tun habe. Wenn nicht mein Arbeitsvertrag, der Chef oder wer auch immer sagt, wo es langgeht, wie ich 40 oder vielleicht auch nur 28 oder 20 Stunden meiner Woche verbringen soll…Der Moment, in dem du spürst: da gibt es eine innere Stimme, die schon so lange versucht, gehört zu werden.
Willst du sie zulassen oder lieber in Frustfressen, zu viel Kaffee, zu viel Sport, zuviel Stress, zu wenig oder zu viel, was auch immer dir hilft, ertränken oder verhungern lassen? Was willst DU? Hast du den Mut, deinen Körper und Geist in Einklang zu bringen? Hast du den Mut, dich zu fragen, wie du dein Selbst verwirklichen kannst?
Dazu fällt mir Louise Hay ein. Sie hat dieses kleine, aber feine Buch geschrieben: Heile deinen Körper. Darin ist tabellenartig aufgeschrieben, welche Wehwechen welchen mentalen Hintergrund haben und welche Affirmationen dich wieder ins Gleichgewicht bringen. Es wurde zig Millionen mal verkauft!! MILLIONEN! Millionen von Seelen, die verzweifelt versuchen gehört zu werden, die ihren Körper, ihre Hülle erst krank werden lassen müssen, damit sie heilen können.
Louise Hay hat sich selbst geheilt und ist mit 94 Jahren friedlich eingeschlafen. Sie hatte Gebärmutterkrebs und hinterfragt, was passiert war und warum ausgerechnet dieses Organ nach Hilfe geschrien hat. Sie ist auf die Suche nach ihrer inneren Stimme gegangen und hat, wie du es dir wahrscheinlich denken kannst, ganz stark daran gearbeitet, positiv auf ihr Leben zu schauen. Mit Affirmationen, die die Selbstliebe stärken, hat sie es geschafft. Sie ist dem Tod von der Schippe gesprungen und hatte fortan ein wunderbar erfülltes Leben.
Ja, ein erfülltes Leben. Sie hat Sinn gestiftet, Mut gemacht, motiviert, Selbstliebe gelebt und gefördert.
Ich glaube, sie lebt immer noch. Ihre gute Seele ist überall. Call me crazy, aber es gibt keine Zufälle, es gibt kein Anfang und kein Ende. Es gibt nur Tiere, Menschen und Pflanzen um dich herum, die dein Bestes wollen. Die dich spiegeln. Die dir zeigen, dass ein Montagmorgen auch schön sein darf. Wunderschön. Es ist deine Entscheidung, wie weit du dich fremdbestimmen lässt. Du hast es in der Hand. Du bist nicht das Opfer der Umstände, denn deine Umstände sind das Ergebnis deiner Gedanken. Das wussten schon die alten Yogis und tief drinnen weißt du das auch.
Du denkst vielleicht: nee, ich hab das schwerer als die anderen, aber die „Anderen“ sind eventuell nur ein Stück weiter auf dem Weg zu sich selbst. Vielleicht sind sie im fortgeschrittenen Kurs für glückliche Seelen und haben ihre Symptome wahrgenommen und den Heilungsprozess gestartet. Wann fängst du an, deine innere Stimme zu hören, einfach wahrzunehmen und ihr Raum zu geben? Warte nicht, bis es zu spät ist.
Ich bin der festen Überzeugung, dass viele unserer Zivilisationskrankheiten auf einem Ungleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele beruhen. Wir haben uns verloren…im Lärm und Stress des täglichen „Haben-oder-Nicht-Haben-Wollens“. Aber das ist ein anderes Thema und führt zu weit. Ich muss tatsächlich auf Arbeit. 8.54 Uhr und ich wollte doch eigentlich noch duschen, frühstücken und gemütliche einen Cappucino trinken. Jetzt bin ich ziemlich weit abgeschweift, aber es musste gesagt werden. Diese Worte sind für dich, damit du nachdenkst, ob du wirklich im Hamsterrad weiterrennen willst, oder dich Schritt für Schritt selbst verwirklichst.
Wie du rausfindest, was dich glücklich macht? Das schreib ich dir in einem anderen Artikel. Ich habe ja auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen, aber schon einiges an Erfahrung, die ich dir gern weitergebe.
Nimm einen Impuls mit und horch mal in dich rein. Schreib mir, wenn ich dir helfen konnte. Das bedeutet mir unwahrscheinlich viel und gibt meinem Leben Sinn. Ich kann nicht anders, als viel zu viel nachdenken, Gedanken drehen und in die Tiefe gehen. Ich liebe die Tiefe. Ich liebe es, Dinge von allen Seiten zu betrachten, zu analysieren und in die Heilung zu gehen. Ich glaube, dass niemand von uns geboren wurde, um krank zu werden. Ich glaube, jeder kann sehr gesund sehr alt werden, wenn er sich traut, seinen Weg zu gehen. Und dieser muss nicht in die Karibik unter Palmen führen. Der darf auch auf dem Balkon starten.
So, ich muss wirklich los. In mein kleines Café mit vielleicht guten Gesprächen. Das manifestiere ich mir für heute. Schicht von 10-14 Uhr. Das kann gut werden. Impulse sammeln und schauen, dass ich stressfrei rauskomme.
Ich wünsche dir einen schönen Tag und lies dich gern durch meinen Blog, der wahrscheinlich eher ein Buch ist. Aber irgendwie muss man ja die Leute erreichen, die ein bisschen Mut brauchen und denen es ähnlich geht. Da hilft kein journaln im stillen Kämmerlein.
Ich freu mich, von dir zu hören. Ganz liebe Grüße,
Deine Ute






