Gehörst du auch zu den Leuten, die immer versuchen, alles perfekt zu machen? Egal, was du tust: es soll das bestmögliche Ergebnis deiner Mühen sein? Kenn ich…nur zu gut. Ich begründe es gerne mit meinem Sternzeichen, denn als Jungfrau kann ich einfach nicht anders. Ich bin gezwungen, alles strukturiert, ordentlich und perfekt abzuliefern. Früher habe ich Pläne gemacht. Im Studium war ich besonders gut, meinen kompletten Tag minutiös zu verplanen. Ich habe es geliebt. Sogar ein Buch wie man sich Lernpläne, Arbeitspläne etc. macht, habe ich mir gekauft und durchgeackert.
Es hat geklappt. Ich war immer „on top“. Hab Studium, Job und Ehrenamt in 24 Stunden gewuppt. Ich war schnell und zuverlässig. Immer die Beste, die Erste, der Gewinner. Nicht zu gewinnen war keine Option.
Und heute? 20 Jahre später? Sitzt die Jungfrau-Geborene mitten in der Woche um 9.03 Uhr im Schlafanzug beim Cappucino und schreibt. Sie schreibt sich von der Seele, dreht ihre Gedanken und geht so darin auf, dass sie die Welt um sich rum vergisst. Es braucht nur einen winzigen Impuls und die Wörter reihen sich aneinander. Sie tanzen und fügen sich zu einem wunderbaren Text, der hinterfragt, beleuchtet, beobachtet und inspiriert. Falls du mein Gegenüber bist, dann tauche ein in die schöne Welt der Gedanken, die so in die Tiefe gehen, dass es Spaß macht, ihnen nachzuhängen.
Man soll sie ja loslassen, aber ich fange sie gerne ein und schau sie mir an. Es ist nicht immer einfach, denn sie sind luftig und schnell. Sie sind viele und verblassen noch in dem Moment, wo sie an mir vorbeigeflogen sind. Wie Wolken ziehen sie an mir vorbei, doch kommen manche wieder und wieder. Oft diejenigen, die ich nicht brauche. Die mit den Zweifeln, die mit den Vorwürfen und der Kritik. Die, die mir sagen: das geht so nicht! Du kannst doch nicht einfach mitten in der Woche die Kids im Schlafanzug zur Schule verabschieden und dann mit einem Cappucino an den Schreibtisch gehen und tippen. Aber ich habe beschlossen, meinem Gefühl zu folgen. Gnadenlos. Es ist der einzige Weg raus aus dem Stress und die einzige und beste Prävention, gesund zu bleiben.
Den Perfektionismus habe ich schon lange abgelegt. Das Müssen und die Opferrolle gleich dazu. Ich muss gar nichts. Ich darf. Ich darf mich entfalten und glücklich sein. Ich habe um die 100 Jahre auf dieser Erde und keine Zeit und Lust, mich zu verbiegen.
Natürlich bin ich noch im Anfängerkurs des Universums und längst nicht so fortgeschritten wie manche erfolgreiche Künstler, die einfach das tun, was sie lieben und damit auch noch genug Geld verdienen. Ich folge auf Insta so einem Michael-Typen, der mich fasziniert und nervt. Er hat immer dieselbe Art, seine Hände ans Gesicht zu legen und dann einen Satz zu sagen oder einen Impuls zu geben, der jedesmal ein Volltreffer ist. Er geht unglaublich in die Tiefe und ich gebe ihm mit allem Recht.
Er malt intuitiv, hat es nie gelernt. Warum auch? Er ist, wie ich, der Meinung, dass Kunst von innen kommt. Ich sag dir was: auch die großen Künstler vergangener Zeiten waren nur so erfolgreich, weil sie ihrem Herzen gefolgt sind. Gut, sie haben vielleicht ein paar Techniken gelernt und welche Farbe sich besser anwenden lässt, aber: sie haben gemacht, wonach ihnen war. Der Michael-Typ genauso: bis zu 60 Stunden in der Woche MACHT ER EINFACH, WOZU ER LUST HAT! Ist das nicht dreist? Was denkst du? Das geht doch nicht! Er hat bestimmt geerbt oder irgendwoanders das Geld zum Leben her. Er filmt sich auch immer in diesem schönen Zuhause am See. Sein Atelier ist hell und groß. Und BÄM: in einem Kommentar finde ich die Antwort auf meinen Neid: er hatte zwei Firmen gegründet und erfolgreich Kohle gescheffelt.
Jetzt fühle ich mich besser. Mein Neid verblasst. Er weicht der Realität, die da sagt, dass man natürlich nicht einfach machen kann und darf, was man will. Arbeit muss anstrengend sein und man muss erstmal eine 80 Stunden Woche haben, bevor man endlos in seinen Leidenschaften aufgehen kann. Fällt dir was auf? Totales Fehldenken! Wenn du jahrelang fremdgesteuert in einem Job festhängst, der dich krank und unglücklich macht, wirst du auch „später einmal“ keine Zeit und Muße finden, dich zu verwirklichen, weil du es nie gelernt hast, deine Leidenschaft zu finden und auszuleben.
Ich kann dir nur raten, jetzt anzufangen. Ja, genau heute. Leg den Perfektionismus ab, nimm dir einen Kaffee und schau raus. Fang an zu träumen, lass die Gedanken wie Wolken ziehen oder hänge ihnen nach. Nimm einen kleinen Impuls mit, hör deine innere Stimme, dein Herz, deine Wünsche und folge ihnen. In kleinen Schritten. Nicht groß, nicht perfektionistisch, sondern authentisch und ehrlich. Sei du selbst und sei egoistisch, rette dich zuerst. Wie im Flugzeug: erst sich selbst, dann die Kids und anderen. Wie willst du eine gute Mutter, Frau oder Freundin sein, wenn du nur halb für die anderen da bist? Ich wünsche dir von Herzen, dass du dich traust, Zeit für dich zu schaffen und im Schlafanzug den Morgen zu genießen. Es braucht Mut, aber du schaffst das.
Alles Liebe,
Ute
PS: falls du Hilfe brauchst, melde dich, damit ich mein Helfersyndrom, gepaart mit Empathie und meinem siebten Sinn an die Frau bringen kann 😉 Wenn wir matchen, bin ich für dich da. Ich manifestiere mir mal direkt eine super sympathische Person, die ähnlich tickt und für universelle Hilfe offen ist. Ich freu mich auf dich. Genieß den Tag!






